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Jede zweite Frau klagt über zyklusbedingte Beschwerden. Lesen Sie hier, was Sie selbst tun können, damit Ihre Qualen leichter werden.

Jede zweite Frau klagt über zyklusbedingte Beschwerden. Dazu gehören vorrangig Kopf- Rücken- und Unterleibsschmerzen, aber auch Flüssigkeitsansammlungen im Körper, Brustschwellung, Gewichtszunahme, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Hautveränderungen, Müdigkeit, sowie Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Depression, Unruhe und Angst.

Der Menstruationszyklus wird durch ein komplexes hormonelles System geregelt, an dessen Regelkreis es an vielen Stellen zu Störungen mit den unterschiedlichsten Ursachen kommen kann. Je genauer man nach der Ursache sucht, desto eher findet man eine individuell passende Therapiemöglichkeit.

 

Ursachen:

Die Ursachen können organisch oder psychisch bedingt sein. Zu den organischen Ursachen zählen:

-eine gestörte Hormonbalance,

-Form- oder Lagebesonderheiten der Gebärmutter,

-entzündliche Erkrankungen der Genitalorgane,

-Myome (= zumeist gutartige Gewächse auf der Gebärmutter),

-Endometriose (= Wucherungen und Verwachsungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, sehr oft Grund für unerfüllten Kinderwunsch),

-Fehlstellungen von Lendenwirbeln oder Mineralstoffmängel.

Vor jeglicher Selbstbehandlung müssen organische Ursachen durch eine gynäkologische Untersuchung einschließlich Ultraschall und Blutuntersuchung abgeklärt und behandelt werden.

 

Psychische Ursachen könnten sein:

-Die innerliche Ablehnung des Erwachsen-Seins oder Frau-Seins, auffallend enge Eltern-, besonders Vaterbindung,

-unerfüllter Kinderwunsch,

-Partner – und Familienkonflikte,

-Überbelastung durch Familie, Haushalt und Beruf sowie Zustand nach sexueller Gewalt.

 

Konventionelle Therapie:

-Krampflösende und schmerzstillende Arzneimittel (Zu bevorzugen sind Präparate mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Der Aspirin- und Aspro-Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann die Blutung verstärken und verlängern und sollte daher nicht verwendet werden.)

-Operative Eingriffe

-Diverse, dem Hormonstatus der Frau angepasste Hormonpräparate (z.B. die „Pille")

-Psychopharmaka

-Komplementäre / Naturheilkundliche Therapie

-Bewusstmachung und Behandlung der psychischen Ursachen (z.B. mit Bachblüten)

-Entspannung und Stressmanagement (Yoga, autogenes Training,...) -Bewegung und sportliche Aktivität (führt zur Ausschüttung von körpereigenen schmerzlindernden Hormonen)

-Aufdeckung von Nährstoffmängeln durch Blut-, Haar- und Antlitzanalyse sowie Auffüllung mit grob- und feinstofflichen Nahrungsergänzungsmitteln (orthomolekulare und Schüßler Salz-Therapie)

-Therapie mit pflanzlichen Präparaten und Tees

 

Wärmeanwendung, Akupunktur, Akupressur, Chiropraktik


Ernährung

Ganz allgemein kann Frauen mit Regelbeschwerden empfohlen werden, bei ihrer Ernährung darauf zu achten, dass tierische Eiweiße reduziert und pflanzliche erhöht werden, was sich positiv auf das Hormongleichgewicht auswirken kann. Außerdem sinnvoll ist der Verzehr von Nüssen und Vollkornprodukten aufgrund ihres Tryptophan, B-Vitamin- und Magnesium-Gehaltes, besonders bei psychischen Beschwerden und Stimmungsschwankungen. Zu empfehlen ist die Verwendung von Fischen und Ölen mit hohem Omega-3-Fettsäure-Anteil und die Reduzierung von Kaffee, Cola und Alkohol, da diese Begleitsymptome wie Kopfschmerzen verschlimmern können. Frauen, die zu Ödemen neigen, sollten sich möglichst salzarm ernähren.


Orthomolekulare Therapie

Die Orthomolekulare Therapie ist eine Behandlungsform mittels erhöhter Zufuhr von Nährstoffen in Form von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln. Empfohlen werden:

-Magnesium- und Kalium, da etwaige Mängel Krämpfe auslösen können. Die Kombination mit Vitamin B3, B6 und C verstärkt deren Wirkung.

-Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren reduzieren die Bildung von Prostaglandinen (Schmerzbotenstoffen) und wirken entzündungshemmend.

-Die Aminosäure Tryptophan und die Vitamine des B-Komplexes mildern Spannungszustände, Essattacken und Ödeme, da der Körper daraus das Gewebshormon Serotonin herstellen kann, dessen Mangel Depressionen auslöst.

-Auch ein Zinkmangel kann psychische Probleme, sowie ein Ungleichgewicht im Hormonsystem verursachen.

-Eisen, Vitamin B12 und Folsäure müssen bei hohen monatlichen Blutverlusten zugeführt werden.

-Nachtkerzenöl mildert Hautsymptome, Entzündungen und Krämpfe

 

Schüßler Salze

Krampflösende Hauptmittel sind Nr. 2, Calcium phosphoricum und Nr. 7, Magnesium phosphoricum. Von der Nr. 2 werden bei akuten Beschwerden 20 – 30 Stück über den Tag verteilt gelutscht, die Nr. 7 am besten mehrmals täglich als „heiße 7" (10 Tabletten in heißem Wasser aufgelöst) schluckweise getrunken. Je nach Begleiterscheinungen können

die Nr. 3, Ferrum phosphoricum, bei Krämpfen mit erhöhtem Puls und rotem Gesicht,

die Nr. 5, Kalium phosphoricum, bei starken Blutungen, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen,

die Nr. 1, Calcium fluoratum, bei lang anhaltenden, starken und schmerzhaften Blutungen und

die Nr. 19, Cuprum arsenicosum, als weiteres krampflösendes Salz eingesetzt werden.

 

Phytotherapie

Sehr gute Erfolge bei Menstruationsbeschwerden werden mit pflanzlichen Präparaten erzielt. Allen voran steht der Extrakt des Mönchspfeffers, der auf den Hormonspiegel eine regulierende Wirkung hat und damit viele mit der Periode zusammenhängende Beschwerden lindert. Dessen Anwendung empfiehlt sich über mindestens 3 Zyklen. , Schafgarbe, Kamille, Fenchel, Pfefferminze und das Gänsefingerkraut wirken krampflösend und werden als Tee im Akutfall eingesetzt. Das Hirtentäschel wird gegen zu lange und starke Blutungen verwendet. Zum Ausschwemmen bei Flüssigkeitsansammlungen eignen sich Brennessel, Schachtelhalm, Birkenblätter und andere harntreibende Drogen. Frauenmantel wirkt sowohl blutstillend und harntreibend, sowie entzündungshemmend. Bei depressiver Stimmung empfiehlt sich Johanniskraut. Die Wirkung setzt aber frühestens nach einer zweiwöchigen Anwendungsdauer ein. Bei Schlafstörungen werden Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume verwendet.

 

Homöopathie

Homöopathika müssen individuell ausgesucht und auf die Beschwerden abgestimmt werden. Die am häufigsten gebrauchten Mittel sind:

Belladonna: die Menstruation ist hellrot und wird als heiß empfunden, Gefühl des „Drängens nach unten", Schmerzen kommen und gehen plötzlich, sind intensiv pulsierend, klopfend, Überempfindlichkeit aller Sinne, Kopf heiß, Hände und Füße kalt, besser bei Ruhe

Magnesium phosphoricum: Durchdringende, stechende Schmerzen, die blitzartig kommen, gehen und wieder zurückkehren. Sie beginnen ein, zwei Tage vor Eintritt der Regel und werden vom zweiten Blutungstag an deutlich besser. Druck, Wärme und Zusammenkrümmen lindern die Beschwerden. Schlimmer bei Nacht, durch Kälte und Bewegung.

Colocynthis: oft ausgelöst durch Ärger, Entrüstung, Kränkung, qualvolle Koliken, eventuell mit Übelkeit und Erbrechen; Patientin muss sich zusammenkrümmen, ist gereizt, ruhelos und ungeduldig; besser durch Wärme, Ruhe und Druck, schlechter durch Bewegung

Chamomilla: Heftige, wehenartige Schmerzen, die auf Rücken und Oberschenkel ausstrahlen, schon vor Beginn der Blutung einsetzen, sich weiter steigern und die Frau schier zur Verzweiflung treiben. Sie empfindet die Schmerzen als unerträglich, ist ärgerlich, gereizt und ungeduldig.

Pulsatilla: Wird oft für empfindliche, weinerliche und launische Frauen, die viel Trost brauchen, verwendet. Schon tagelang vor der Blutung verspüren sie ein Druckgefühl nach unten. Die Blutung kommt unregelmäßig und ändert sich ständig. Die Frau ist durstlos und hat starkes Verlangen nach frischer Luft.

Cimicifuga: Je stärker die Blutung, desto stärker die Schmerzen; Drängen nach unten, hin- und herziehende, schießende Schmerzen im Rücken und den Hüften, auch Nackenschmerzen, Menses unregelmäßig, Frau ist nervös, ruhelos, niedergeschlagen und kälteempfindlich, schlimmer durch Erregung, besser bei Wärme

Caulophyllum: Schmerzen, die weit ausstrahlen und wandern mit Anschwellung der kleinen Gelenke, inneres Zittern; je schwächer die Blutung, desto stärker der Schmerz Veratrum album: Sehr heftige, kolikartige, krampfartige Schmerzen mit großer Schwäche und Eiseskälte im ganzen Körper, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, besser durch Liegen und Wärme, schlimmer durch Anstrengung Ignatia: Körperliche und geistige Erschöpfung durch langanhaltenden stillen Kummer, Krämpfe und Drängen nach unten, wechselnde Stimmung, Kloßgefühl im Hals; Lageänderung, Wärme und Druck bessern, schlimmer durch Kummer, Ärger, Tabakrauch

Nux vomica: Workaholic, leicht reizbar, cholerisch, fröstelig, Lebensstil hektisch, krampfartige Schmerzen vor und während der Regel mit Rückenschmerzen und Stuhldrang; schlechter durch Kälte

 

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