
Eine allergisch bedingte Erkrankung entsteht durch eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Auslöser – Allergene genannt. Der Organismus reagiert mit der Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen – vor allem von Histamin – das die typischen Symptome wie Juckreiz, Schnupfen, brennende, tränende Augen und häufig auch asthmatische Beschwerden hervorruft.
Bereits jeder 5. Österreicher leidet an einer Form von Allergie. Die Neigung dazu ist wahrscheinlich angeboren, aber die steigende Belastung durch Umweltgifte, Tabakrauch, Ernährungsdefizite sowie übertriebene Sauberkeit können diese verstärken. Die Bereitschaft für das Auftreten einer Allergie erhöht sich auch, wenn der Körper schon in den ersten Lebensmonaten artfremdes Eiweiß verarbeiten muss, beispielsweise wenn Babys nicht gestillt werden. Außerdem spielt eine gesunde Darmflora eine wichtige Rolle im Immunsystem. Sie muss durch Muttermilch oder zugeführte Darmbakterien aufgebaut werden.
Neben der Kontaktvermeidung mit den Auslösern gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu verhindern oder zu mildern.
- abschwellenden und antiallergisch wirkenden Nasensprays und Augentropfen
- Salzlösungs-Nasensprays oder -Nasenspülungen, die zum Ausspülen von Allergenen verwendet werden
- bronchienerweiternden Medikamenten: Sie werden vom Arzt verordnet, um im Akutfall mittels Inhalation die Atemwege öffnen.
- Medikamenten, die die Ausschüttung von Histamin verhindern oder die Andockstellen von Histamin blockieren (Antihistaminika)
- Cortison-Präparate – nur nach ärztlicher Verordnung: Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung und unterdrücken eine überschießende Reaktionen des Immunsystems. Sie werden in Form von Medikamenten zum Inhalieren, Einnehmen, als Augen- und Nasentropfen verordnet oder als Injektion verabreicht.
- spezifischer Immuntherapie – auch „Allergieimpfung“ Nur nach ärztlicher Verordnung. Dabei werden geringe Mengen von Allergieauslösern (z.B. Gräserpollen) verabreicht, sodass der Körper diese auch nach Ende der Behandlung toleriert.
- Extrakt der Tragantwurzel: verhindert durch immunregulierende Eigenschaften die Ausschüttung von Histamin und anderen Entzündungsbotenstoffen.
- Nährstoffe: Calcium, Magnesium, Mangan, Vitamin C und Zink können die Ausschüttung von Histamin blockieren. Der Vitamin-B-Komplex und Vitamin D bringen die Funktionen des Immunsystems wieder ins Gleichgewicht und reduzieren allergische Symptome. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und immunregulierend. Ein Mangel an diesen Nährstoffen kann daher allergische Erkrankungen fördern.
- Schüßler Salze: Mit der längerfristigen Einnahme einer Schüßler-Mischung kann einer allergischen Reaktion vorgebeugt, sowie auftretende Symptome gemildert werden. Zur Anwendung kommen die 3 gegen die Entzündung, die Nr. 4 als Betriebsstoff für Drüsen und Bronchien, speziell notwendig bei Schwellungen, die Nr. 6 und 10, um belastende Allergene und Schadstoffe auszuscheiden, sowie bei allem, das Juckreiz hervorruft, und die Nr. 8, das Hauptmittel bei Allergien, unentbehrlich für die Regeneration der Schleimhäute und Entlastung von Allergenen.
- Darmaufbau mit Probiotika: Da rund 70% des Immunsystems im Darm sitzen, kann eine gestörte Darmflora (Dysbiose) allergische Reaktionen begünstigen. Probiotika können die Darmbarriere stärken (weniger “Leaky Gut” → weniger Überreaktionen), entzündliche Prozesse reduzieren, die Balance des Immunsystems regulieren und das Immunsystem wieder in Balance bringen.
Für weitere Fragen steht Ihnen das Team der St. Petrus Apotheke jederzeit gerne zur Verfügung.
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